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Projektabschluss

Humanitäres Projekt der Gebirgsjägerkameradschaft 232 in Afghanistan ist abgeschlossen

Von dem in Afghansitan eingesetzten Gebirgsjägerbataillon 232 erreichte uns der folgende Bericht:  Krankenstation in Khalazai instandgesetzt

Die Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232 aus Bischofswiesen kennen die einzige Hauptverbindungsstraße im afghanischen Distrikt Pol-e-Khomri gut. Bereits zum dritten Mal innerhalb von fünf Jahren sind einige von ihnen hier eingesetzt. Nach 2008 als schnelle Eingreiftruppe (Quick Reaction Force – QRF unter der Führung von Oberstleutnant Alexander Sollfrank), 2010 als Ausbildungs- und Schutzbataillon (unter der Führung von Oberstleutnant Nikolaus Carstens) nun 2013 erneut als Eingreifreserve (Einsatzverband Nord / Northern Reaction Unit) des Regionalkommandos. Die Stellung OP NORTH liegt direkt an dieser Verbindungsstraße. Jener OP NORTH, der von Kameraden aus Bad Reichenhall 2010 eingerichtet und nun von diesen in den letzten Monaten wieder abgebaut wurde und mit dem das Schicksal der beiden Infanterieverbände aus dem Berchtesgadener Land bei ihren Einsätzen in Afghanistan eng verbunden ist. Die Provinz BAGHLAN wird im NATO Jargon passenderweise mit BGL abgekürzt...

 

Nun sind die Struber Jager also wieder hier. Dieses Jahr soll es das letzte Mal sein, gilt es doch heuer, die logistischen Transporte für den Rückbau des deutschen Feldlagers in Kunduz abzusichern. Bataillonskommandeur Oberstleutnant Peter Küpper beteuert: „Nach dem Herbst 2013 wird die dauerhafte Präsenz deutscher Soldaten in diesem Teil unseres Verantwortungsbereichs beendet sein. Unsere afghanischen Partner sind dann hier alleinverantwortlich für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit zuständig.“

Mohammad Asef ist Arzt in Khalazai, einer kleinen Gemeinde an eben dieser Hauptverbindungsstraße. Er stammt aus der Provinzhauptstadt Pol-e-Khomri und arbeitet in der Krankenstation des Ortes. Basic Healthcare Center nennt er diese Station und Doktor Asef ist hier zusammen mit einem Aushilfsarzt und weiteren Angestellten zuständig für täglich bis zu 100 Patienten. Neben der Verabreichung von Impfungen im Auftrag der Gesundheitsbehörde, ist Asef vor allem in der Schwangerenberatung ein gefragter Mann. Für viele Frauen aus der Umgebung ist er die einzige fachkundige Hilfe, die ihnen im Fall von Komplikationen zur Verfügung steht. Außerdem sind Doktor Asef insbesondere die Erste-Hilfe Kurse wichtig, die er in regelmäßigen Abständen hält. Von deren Wichtigkeit muss er in Khalazai niemanden überzeugen. Zwar gibt es auch in Afghanistan einen mehr oder weniger funktionierenden Rettungsdienst, aber bis dieser an einem möglichen Unfallort eintrifft, vergeht viel Zeit und kundige Ersthelfer sind deshalb manchmal die einzige Chance für das Überleben eines Verletzten.

Ebenjene Krankenstation von Mohammad Asef wurde im Mai dieses Jahres als Hilfsobjekt ausgewählt, worin Spendengelder der Gebirgsjägerkameradschaft 232 Berchtesgaden e.V. investiert werden sollten. Denn schon zum zweiten Mal nach 2011 sammelte die Gebirgsjägerkameradschaft Gelder für ein humanitäres Hilfsprojekt im Bereich des Einsatzraumes des Bataillons. Noch im Juni wurde der Auftrag für die Renovierungsarbeiten einem aus vorherigen Projekten bekannten Bauunternehmer aus der Region erteilt und die erste Hälfte des Geldes ausgezahlt. Dieser begann unverzüglich mit der Umsetzung. Boden und Wände in den Gebäuden wurden gefliest, neue Türbeschläge angebracht, Decken gestrichen und Ventilatoren instandgesetzt. Auch die Leitung vom kleinen Pumpbrunnen im Garten hinauf zu einem Tank auf dem Dach des Hauses musste instandgesetzt werden. Jetzt fließt aus den Hähnen im Gebäude auch wieder Wasser, solange die Handpumpe zuvor regelmäßig bedient wurde.

Mohammad Asef und seine Mannschaft sind zufrieden mit den Arbeiten, die auch Oberstleutnant Küpper in Augenschein nehmen konnte. Sie freuen sich, dass im fernen Deutschland viele Menschen an die Bewohner von Khala Zai gedacht haben und soviel Geld für ihre Infrastruktur bereitgestellt haben. Dass die Frauen und Männer im Flecktarnanzug mit den schwarz-rot-gelben Flaggen auf ihren Schultern im Land sind, um ihnen gegen Feinde des jungen Staatswesens zu helfen, wissen viele Afghanen natürlich, trotzdem macht eine konkrete Maßnahme wie die Renovierung der Krankenstation diese Hilfe erst richtig greifbar. Genau diese Überlegung hatte auch bereits 2011 zur angesprochenen Spende für die Grundschule in Wazghari geführt, einer ca. 10 km entfernten kleinen Gemeinde am anderen Ende des Baghlantales.

Die Gebirgsjägerkameradschaft hat also mit ihrer Spende nicht nur Mohammad Asef und seinen Patienten und damit der Bevölkerung vor Ort geholfen, sondern erneut, indirekt auch zur Sicherheit der eigene Soldaten beigetragen. Schließlich ist die Situation für die Deutschen in Afghanistan immer dann besonders sicher, wenn sie die lokale Bevölkerung auf ihrer Seite weiß. So betont Oberstleutnant Küpper bei der abschließenden Begutachtung der Baumaßnahmen und der Übergabe des noch ausstehenden Geldbetrags am 05. September: „Dies ist kein Geld des deutschen Staates, welches wir ihnen hier in Form dieser Baumaßnahmen überreichen dürfen, es ist eine Spende von deutschen Bürgern und Angehörigen von Soldaten, die damit Gutes für die Menschen von Khalazai bewirken möchten.“ 

Bild 1: Krankenstation mit Wasserhochtank

Bild 2: Der Stationsarzt Mohammad Asef mit seinem Hausverwalter

Bild 3: Bataillonskommandeur Oberstleutnant Peter Küpper bei der Übergabe der Spendenurkunde an   den Hausverwalter

Bild 4: Der instand gesetzte Pumpbrunnen der Station