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Neue Wasserversorgung für das Distriktkrankenhaus im afghanischen Khulm

Noch bis Februar 2014 befinden sich die Gebirgsjäger aus der Strub im Auslandseinsatz in Afghanistan. Bereits im Sommer konnten Sie dort mit Hilfe von Spendengeldern ein kleines Hilfsprojekt umsetzen. Die Mittel waren schon damals von der Gebirgsjägerkameradschaft Berchtesgaden e.V. gesammelt und dem Gebirgsjägerbataillon 232 zur Verfügung gestellt worden.

 

Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten an der Krankenstation in Khala Zai, berichtete der 1. Vorsitzende der Kameradschaft, Herr Oberst a.D. Gerlach, dass noch immer Gelder für weitere Maßnahmen vorhanden seien. Mit zusätzlicher Unterstützung des Vereins „Lachen helfen e.V.“ konnte der Betrag auf die beachtliche Summe von 5000 Euro aufgerundet werden.

Daraufhin machten sich die Soldaten in Afghanistan erneut auf die Suche nach einem geeigneten Projekt. Dieses konnte zur jetzigen Zeit in der direkten Umgebung der Provinzhauptstadt Mazar-e-Sharif gefunden werden. Die Struber Jager sind hier stationiert und im Schwerpunkt auch in diesem Raum eingesetzt.

Ende 2014 wird sich das deutsche Engagement in Afghanistan signifikant reduzieren. Das derzeitige Mandat für die ISAF Schutztruppe (International Security Assistance Force) läuft dann aus und für die eventuelle Nachfolgemission wird Deutschland nach derzeitiger Sachlage maximal 800 Soldaten bereitstellen. Aus diesem Grund ist bereits jetzt die Präsenz der Deutschen im Norden Afghanistans lokal stark eingeschränkt und konzentriert sich auf einen Radius um das verbliebene Feldlager Camp MARMAL.

Ungefähr 45 km ostwärts dieses Lagers liegt die kleine Oasenstadt Khulm. Sie ist das Zentrum des Granatapfelanbaus in der Region und verfügt über gute Verkehrsanbindungen nach Mazar-e-Sharif im Westen, Pol-e-Khomri und Kabul im Süden, sowie zur usbekischen Grenze im Norden. Spektakulär ist dabei der sehr enge, nahezu senkrechte Durchschnitt durch das Marmalgebirge im Süden der Stadt. Durch diese 100 Meter tiefe Schlucht windet sich die Hauptverbindungsstraße, gesäumt von kleinen, am Fels klebenden Buden, in denen Straßenhändler Fladenbrot und Getränke, im Herbst auch Melonen und Früchte anbieten.

Als Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts unterhält Khulm ein kleines Krankenhaus, welches vor etlichen Jahren mit hauptsächlich US- amerikanischen Mitteln aufgebaut worden war. Es stellt die notärztliche Versorgung sowohl für die Bewohner des Distrikts, als auch insbesondere für die Nutzer der Hauptstraße sicher. Leider ereignen sich in Afghanistan regelmäßig Verkehrsunfälle mit schlimmen, oft tödlichen Folgen. Rettungskräfte verbringen die Unfallopfer dann zunächst immer in das kleine Krankenhaus in Khulm. 2013 jedoch waren Mängel insbesondere an der Wasserversorgung des Gebäudes augenscheinlich.

In keiner Stadt in Nordafghanistan wird Wasser über ein zentrales Leitungsnetz bereitgestellt, vielmehr verfügen einzelne Gebäude oder Wohngebiete jeweils über eigene Wasserhochbehälter. In diese wird das Wasser aus Brunnen hochgepumpt und steht dann jederzeit mit einem gewissen Druck in den Leitungen der angeschlossenen Gebäude zur Verfügung. Eben diese Hochbehälter und die Zuleitungen sind aber auch die Schwachstelle des Systems, denn sie sind meist nur schlecht gegen Korrosion und Frost gesichert. Im Fall des Krankenhauses in Khulm waren sowohl die Plastikhochbehälter, als auch die Zuleitungen vom Eis gesprengt und damit unbrauchbar geworden. Genau hier setzte nun das Hilfsprojekt an. Ein metallener, aufgrund der Wandstärke frostsicherer Hochtank samt zugehörigem Tragegestell und Fundament wurde errichtet, sodann die Leitungen wo immer möglich unterirdisch verlegt und neu an das Wassernetz im Haus angeschlossen. Zuletzt müssen nun die verbliebenen Freirohre isoliert werden. Diese Arbeit wollen die Anwohner selbst erledigen, sind sie doch durch den neuen, schön blauen Hochbehälter auf die Instandsetzungsarbeiten an ihrem Krankenhaus aufmerksam geworden.

Am 09. Dezember konnte Oberstleutnant Peter Küpper zusammen mit der Direktorin des Krankenhauses, Frau Dr. Aziz die fertiggestellten Arbeiten begutachten. Beide zeigten sich hochzufrieden. Erneut machte Oberstleutnant Küpper deutlich, dass die Spenden von Privatpersonen gesammelt worden waren und keine staatliche Leistung darstellen. Dr. Aziz dankte insbesondere allen Bürgern das Berchtesgadener Landes, die mit ihren Spenden diese wertvolle Hilfe erst ermöglicht hatten.

Dank dieser Spenden und mit Hilfe der Unterstützung des Vereins „Lachen helfen e.V.“ ist es gelungen, die Wasserversorgung im Krankenhaus von Khulm wieder sicherzustellen und damit einen kleinen, aber sehr wichtigen Beitrag zur Lebensqualität der Menschen in Khulm zu leisten.