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SPD-Besuch bei der Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“

Die Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler besuchte in diesen Tagen die Gebirgsjägerbrigade 23, um wieder einmal ihr Lagebild vom aktuellen Stand und der weiteren Entwicklung bei der Truppe zu aktualisieren. Begleitet wurde sie vom Kreisvorsitzenden der SPD im Berchtesgadener Land, Roman Niederberger, seinem Stellvertreter Klaus Gerlach, dem Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion, Hans Metzenleitner sowie ihrem Büroleiter, Simon Eder.

Die SPD-Politiker wurden von Bigadekommandeur, Brigadegeneral Alexander Sollfrank, zunächst im Offizierheim  zum Lagevortrag empfangen. Mit ihm dabei waren der stellvertretende Brigadekommandeur, Oberst Stefan Leonhard, der Vertreter des Kommandeurs des Gebirgsjägerbataillons 231. Oberstleutnant Andreas Döring, der Leiter des Einsatz- und Ausbildungszentrums für das Gebirgstragtierwesen, Oberfeldveterinär Dr. Franz von Rennenkampff sowie der Vertreter des Chefs des Stabes, Oberstleutnant Michael Rabe.

Wohnraumbedarf für Längerdiener

Im Berchtesgadener Land sind z.Z. in den Standorten Bad Reichenhall und Bischofswiesen fast 3500 Soldaten stationiert. Die Brigade ist damit der wohl bedeutendste und größte Arbeitgeber und die von den Soldaten eingebrachte Kaufkraft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region. Auch wenn nur 15 % der Soldaten aus dem Berchtesgadener Land kommen, so nach der Aufgabe der Wehrpflicht jetzt feststellbar, dass tendenziell immer mehr der längerdienenden Soldaten in der Region sesshaft werden wollen. Derzeit gibt es 876 Soldatenfamilien, die hier zu Hause sind. Die politische Botschaft an die SPD-Politiker von Seiten der Soldaten ist dabei: Auch wenn eine zuverlässige Prognose über den künftigen Wohnraumbedarf für Soldaten schwierig ist, aber es werden künftig immer mehr bezahlbare Wohnungen für junge Familien gebrauch! Weil auch diese nicht von heute auf morgen bereitgestellt werden können, sind die Kommunen gefordert, in Vorleistung zu gehen. Erfreulicherweise aber ist zumindest das Angebot an Kindertagesstätten insgesamt als ausreichend zu bezeichnen, auch wenn hier von beiden Seiten, den Soldaten und den Anbietern, oft viel Flexibilität bei der Nutzung gefordert wird.

Gute Personallage

Erfreulich zum Positiven hat sich seit dem letzten Besuch der Bundestagsabgeordneten vor 2 Jahren, die Personallage entwickelt. War diese bei Offizieren und Unteroffizieren schon immer gut gewesen, so ist nun festzustellen, dass auch die Nachwuchsgewinnung bei den Mannschaften gut läuft. Die Bundeswehr ist als Arbeitgeber auf dem freien Markt mit anderen Bedarfträgern konkurrenzfähig geworden. Man kann inzwischen unter mehreren Bewerbern auswählen, die überwiegende Anzahl, nämlich 58 %, ist mit dem Bildungsabschluss Mittlere Reife oder höher sogar besser qualifiziert, als dies nach den Einstellungsvoraussetzungen gefordert wird. Grundsätzlich ist aber auch festzuhalten, dass fast alle Zeitsoldaten während ihrer Dienstzeit eine noch höhere Qualifizierung erwerben.

In der Brigade dienen mittlerweile auch 237 Frauen, das sind mehr als 5 %, in praktisch allen Funktionen, von der Tragtierführerin, über die Sanitäterin, die Zugführerin und Heeresbergführerin bis hin zur Chefin einer Gebirgsjägerkompanie. Die Botschaft, die von Seiten der SPD-Politiker mitgenommen wurde, ist, die Bundeswehr ist ein durchaus attrakiver Arbeitgeber mit fordernden, aber zugleich auch fördernden Angeboten für junge Menschen. Dieses Angebot wird allerdings im Landkreis selbst noch nicht von allen so erkannt.

Verbesserungen bei der Ausrüstung

Bei der materiellen Ausstattung, so schickte Brigadegeneral Sollfrank voraus, ist die Ausstattung der Brigade  besonders in den Bezug zu den Auslandseinsätzen grundsätzlich gut zu nennen. Für den täglichen Dienst im Inland aber werden wohl immer Wünsche offen bleiben, wie z.B. hinsichtlich der Verbesserung der Nachtkampffähigkeit, aber auch bei der Bereitstellung von Ski, besseren Rucksäcken  oder auch Funktionsunterwäsche. Beim Großgerät dagegen wird es schon in nächster Zeit gravierende Verbesserungen geben. So wird das Reichenhaller Gebirgsjägerbataillon 231 ab nächstem Jahr auf den Schützenpanzer „Boxer“ umgerüstet, der neben seiner höheren Feuerkraft auch eine bessere Führungsfähigkeit und einen besseren Schutz für die Soldaten gewährleistet. Das Fahrzeug hat bereits im Einsatz unter Beweis gestellt, dass auch bei Auffahren auf Panzerminen die Überlebensfähigkeit der Besatzung sichergestellt ist. Grundsätzlich war hier die Botschaft an die Abgeordnete: bei allem Verständnis für das Bemühen der Politiker, in Friedenszeiten die Entwicklung des Verteidigungshaushalts in Grenzen zu halten, muss die Truppe mit dem bestmöglichen Gerät ausgerüstet werden, um ihre Friedenseinsätze im Ausland, die Ausbildung dazu im Inland, den Schutz der Soldaten und auch die Attraktivität des Soldatenberufs sicherstellen zu können.

Hohe Investitionen in die Infrastruktur

Beim anschließenden Rundgang durch die Hochstaufen-Kaserne wurden die Besucher auch in den Stand und die Planungen zur Verbesserung der Infrastruktur im Standort eingewiesen. Wurden in den zurückliegenden Jahren bereits rund 50 Millionen Euro zur Verbesserung und Erweiterung der bestehenden Infrastruktur investiert, so sollen bis 2023 weiter 43 Millionen insbesondere für Neubau und Verbesserung zeitgemäßer und attraktiver Wohnbereiche für die längerdienenden Soldaten, neue Funktionsbereiche und auch Sportanlagen investiert werden. Das Fazit des Brigadekommandeurs: ein Standort, der vom Personalumfang zu den 10 größten der Bundeswehr zählt und in für den so viel für die Infrastruktur investiert wurde und wird, kann als zukunftssicher gelten!

Die Stimmung ist gut

Besonders erfreulich war für die SPD-Besuchergruppe auch das Abschlussgespräch mit Vertretern der gewählten Vertrauenspersonen aus allen Dienstgradgruppen und Truppenteilen. Stellte man früher bei diesen Gelegenheiten häufig genug fest, dass es meist um Probleme im täglichen Miteinander und im inneren Gefüge der Truppe ging, so sorgten sich die jungen Männer und Frauen vor allem darum, dass die Voraussetzungen für den Ablauf des täglichen Ausbildungs- und Übungsbetriebes in manchen Bereichen noch verbesserungsfähig sind. „Dies zeigt, dass inneres Gefüge und der Geist der Truppe wohl in Ordnung sind!“ urteilte einer der Besucher.

MdB Dr. Bärbel Kofler bedankte sich abschließend bei Brigadegeneral Sollfran und seiner Mannschaft für diesen informativen Vormittag und vereinbarte, dass man in absehbarer Zeit auch ein Gespräch mit Rückkehrern aus dem Auslandseinsatz führen wird.

Bild:  MdB Dr. Bärbel Kofler im Gespräch mit Vertrauenspersonen aller Dienstgradgruppen aus der Gebirgsjägerbrigade 23 (gegenüber Brigadegeneral Alexander Sollfrank)