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60 Jahre Gebirgsjägerbataillon 232

Am 1. Juli feierte das Gebirgsjägerbataillon 232 mit einem reichhaltigen und abwechslungsreichen Programm seinen 60. Geburtstag. Dabei wurde das Bemühen der Veranstalter, bei allen Programmteilen möglichst auch die Bevölkerung und die Angehörigen der Soldaten mit einzubeziehen durch allgemein rege Teilnahme auch reichlich belohnt. Glück hatte man auch mit dem Wetter, denn trotz bedrohlicher Wettervorhersage und mehrfach drohender, schwarzer Gewitterfronten wurde kein Programmteil durch die wenigen, kleineren Regenschauer besonders beeinträchtigt. Das Glück der Tüchtigen – am folgenden Tag gab es Dauerregen!

 

 

Sicherheitspolitische Veranstaltung:

Eine Art Prolog der Geburtstagsfeier war die bereits am Vorabend im Festzelt der Jägerkaserne angehaltene sicherheitspolitische Veranstaltung, bei der man  in einem umfassenden und beeindruckenden Bericht die geladenen Gäste und Bevölkerung über den zurückliegenden Irak-Einsatz des Bataillons informierte.

 

Appell auf dem Schlossplatz:

Am Festtag begann das Programm um 10.30 h mit einem öffentlichen Appell  auf dem Schlossplatz in Berchtesgaden. Die Festansprachen hielten der Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Ramsauer, der Marktbürgermeister Franz Rasp sowie der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Oberst Jared Sembritzki.

Der Appell wurde mit der Übergabe einer Urkunde beendet, in der die Bürgermeister der Patengemeinden Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau a.K., Ramsau, Marktschellenberg und Neuötting mit ihrer Unterschrift erneut die seit 30 Jahren bestehende Patenschaft mit den Kompanien des Bataillons bestätigten.

 

Tag der offenen Tür:

Zeitgleich mit der Beendigung dieses Appells wurden in der Jägerkaserne Strub um 11.00 h die Kasernentore für den „Tag der offenen Tür“ geöffnet. Es war ein beeindruckendes Programm, mit dem den Struber Jager mit viel Liebe und Engagement gelungen war, den Besuchern eine Bild über das Leben hinter den Kasernenmauern, aber auch über die fordernde Ausbildung der Soldatinnen und Soldaten zu vermitteln. Die Präsentationen reichten von umfangreichen Waffen- und Geräteschauen über Klettervorführungen bis zu Ausschnitten aus der Gefechtsausbildung, wie z.B. der Einnahme eines Hauses mit abschließender Verwundetenbergung. Für Abwechslung sorgte eine „Modeschau“ der Soldaten, bei der die vielfältigen Bekleidungsstücke der Soldaten in unterhaltsamer Form vorgestellt wurden. Aber auch die in Einsatz und Ausbildung regelmäßig unterstützenden Truppenteile von außerhalb der Struber Kaserne waren gekommen, um zu zeigen, wie sich ihr Unterstützungsanteil im Alltag der Gebirgsjäger darstellt. So war das Tragtierzentrum aus Bad Reichenhall mit ein paar Haflingern und einer Feldschmiede vertreten. Die Gebirgspioniere aus Ingolstadt zeigten ihre leistungsfähigen Pioniergeräte. Darüber hinaus präsentierte sich auch das Bundeswehrdienstleistungszentrum aus Bad Reichenhall mit seiner Geräteausstattung, ohne die ein geordneter und reibungsloser Dienstbetrieb für die Soldaten in den Standorten Bad Reichenhall und Bischofswiesen kaum möglich ist.

Die Sportfördergruppe des Standortes präsentierte ihr High-Tech-Gerät und Leistungssportler gaben den interessierten Gästen geduldig Autogramme.

Daneben informierten auch die Gebirgsjägerkameradschaft 232, der Kameradenkreis der Gebirgstruppe, das Sozialwerk der Gebirgstruppe, das Bundeswehrsozialwerk, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der Sozialdienst der Bundeswehr und die Berufsberatung der Bundeswehr an ihren Ständen durch Gespräche und mit umfangreichem Anschauungsmaterial.

Für etwas Erholung und Erfrischung sorgten ein Eisstand, ein Biergarten am Wirtschaftsgebäude sowie natürlich auch das große Festzelt mit seinem Essens- und Getränkeangebot. Für die kleinen Besucher war eine Spielstraße eingerichtet. Aber die Kelien sah man durchaus auch in der Kletterhalle des Bataillons, wo sie unter fachkundiger Anleitung ihre spätere Gebirgstauglichkeit testeten. Und überall sah man Gesprächsgruppen von Menschen, die sich nach vielen Jahren wieder einmal in „ihrer“ Kaserne getroffen hatten und Erinnerungen austauschten. Überschattet wurde die Veranstaltung nur durch den Absturz eines Soldaten des HochGebZg  während einer Vorführung. Er wurde erstversorgt und durch einen Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Nach den ersten Berichten wird er wohl wieder ohne bleibende Schäden gesund werden.

 

Totenehrung am Gedenkstein der Jägerkaserne:

Zum  Abschluss des „Tages der offenenTür“ fand am Gedenkstein in der Jägerkaserne noch die Totenehrung für die im Dienst verstorbenen und gefallenen Angehörigen des GebJgBtl 232 statt. Die Ansprache hielt der stellvertretende Bataillonskommandeur, Major Lars Kauven. Den liturgischen Teil der Gedenkfeier hatte Militärpfarrerin Dr. Claudia Konoppa übernommen. Gemeinsam legten der stellvertretende Kommandeur und der Vorsitzende der Gebirgsjägerkameradschaft 232 einen Kranz nieder.

Feldgottesdienst:

Vor dem um 18.00 h eingeplanten öffentlichen Gelöbnis fand am Sportplatz im Technischen Bereich der Jägerkaserne ein Feldgottesdienst statt, der von Militärpfarrerin Dr. Claudia Konoppa geleitet wurde. Besonders beeindruckend dabei war, wie es ihr gelungen war, diesen Gottesdienst durch die Rekruten der Einsatz-und Unterstützungskompanie des Bataillons mitgestalten zu lassen. Dies galt für die Auswahl der Lieder, des Predigttextes und auch für die Formulierung der Fürbitten, die von den Rekruten selbst vorgetragen wurden, Begleitet wurde die Feier von einer Bläserbesetzung des Heeresmusikkorps aus Ulm.

Öffentliches Gelöbnis:

Nach dem Feldgottesdienst marschierten mit Gesang 3 Züge der Rekrutenkompanie  begleitet vom Heeresmusikkorps aus Ulm und einem Ehrenzug des GebJgBtl 232 mit der Truppenfahne auf dem Sportplatz auf, um dort ihr feierliches Gelöbnis abzulegen.

Der Garnisonsbürgermeister Thomas Weber schritt gemeinsam mit dem Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Michael Bender, die Front der angetretenen Soldaten ab. Nach der Ansprache des Bürgermeisters sprach für die Rekruten der Jäger Alexander Ochs. Er schilderte Eindrücke aus den ersten Wochen der Ausbildung und überzeugte mit einem eindrucksvollen Vortrag über seine Erfahrungen aus dem militärischen Alltag, wie sich im täglichen Miteinander und unter den harten Forderungen des Dienstes persönliche Stärke, Kameradschaft und Vertrauen in den Nebenmann und  die Vorgesetzten ergänzen und gegenseitig verstärken. Nach dem öffentlichen Gelöbnis schloss dieser Festakt mit den Klängen des Bayernliedes und der Nationalhymne, die von allen Soldaten und den Gästen mitgesungen wurden.

 

Kameradschaftsabend:

Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete anschließend der Kameradschaftsabend im großen Festzelt der Jägerkaserne. Bei Bier und Brotzeit war hier noch reichlich Gelegenheit zu einem letzten Gespräch über ein gelungenes Geburtstagsfest. Für Stimmung sorgte die Bischofswieser Blasmusik. Als besondere Einlage des Abends sprach der ehemalige Generalsekretär des Deutschen Skiverbandes und Hauptfeldwebel a.D. Helmut Weinbuch über seine persönlichen Eindrücke beim Einmarsch des Bataillons im Jahr 1957 und über prägende Erlebnisse in den ersten Jahren des Bataillons im Standort Bischofswiesen.

Der Vorsitzende der Gebirgsjägerkameradschaft 232 überreichte Oberstleutnant Michael Bender noch ein Geburtstagsgeschenk der Kameradschaft. Mit viel Sorgfalt und  Geschick hatte unser Vereinsmitglied Hans Scherer, die handgeschriebenen Chroniktafeln in der militärgeschichtlichen Ausstellung des Bataillons um drei weitere Tafeln vervollständigt und aktualisiert.