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Hilfe im Zeichen des Edelweiß

Spendengelder der Gebirgsjägerkameradschaft 232 Berchtesgaden e.V. ermöglichen den Struber Jagern den Wiederaufbau der Grundschule von Wazghari /Afghanistan. 

Spendengelder der Gebirgsjägerkameradschaft 232 Berchtesgaden e.V. ermöglichen den Struber Jagern den Wiederaufbau der Grundschule von Wazghari /Afghanistan. 

4125.- Euro hatten die Mitglieder der Gebirgsjägerkameradschaft 232 im letzten Jahr gesammelt und im Herbst ihren Kameraden des Gebirgsjägerbataillons 232 mit auf ihren Weg nach Afghanistan gegeben, damit sie dort neben ihrem militärischen Auftrag ein humanitäres Projekt für die Bevölkerung in ihrem Einsatzraum finanzieren können. Am 22. Januar war es soweit! Schüler und Lehrer der Grundschule im Ortsteil Naluk Ma bei Wazghari im afghanischen Distrikt Pol-e-Khomri konnten endlich wieder ihre Klassenräume betreten, denn während der Winterpause hatte das Gebäude neue Möbel erhalten, bezahlt mit den Spendengelder der Gebirgsjägerkameradschaft 232. Das Dorf Wazghari liegt nördlich der Provinzhauptstadt Pol-e-Khomri, zwischen der Verbindungsstraße nach Mazar-e-Sharif und dem Baghlanfluss. Zusammen mit den umliegenden Dörfern unterhalten die Einwohner von Wazghari diese Grundschule, in der mehr als 500 Kinder bis zur dritten Klasse unterrichtet werden. Neun Klassen werden im Schichtsystem in sechs Unterrichtsräumen betreut - Buben und Mädchen gemischt! Die Kinder erlernen in dieser typischen Dorfschule die Grundlagen, die es ihnen später erlauben werden, die weiterführende Schule im zehn Kilometer entfernten Bagh-e-Shamal zu besuchen. Das Schulgebäude in Wazghari wurde erst vor 3 Jahren neu aufgebaut. Leider hatten damals die finanziellen Möglichkeiten nicht ausgereicht, auch entsprechende Schulmöbel zu beschaffen. Durch die Kämpfe in diesem Gebiet im Oktober 2010 war die Schule stark in Mitleidenschaft gezogen worden. So waren beispielsweise viele Fenster zu Bruch gegangen. Ein weiteres Problem macht den Einwohnern von Wazghari zu schaffen: Jährlich mit der Schneeschmelze im April wechselt der Fluss sein Bett und überschwemmt dabei die nahen Felder und Dörfer. Im letzten Jahr verlagerte sich der Fluss so stark, dass ein Abbruch des Schulgebäudes in das Flussbett zu befürchten stand. Die Pioniere des im Raum Pol-e-Khomri eingesetzten Ausbildungs- und Schutzbataillons, das im Wesentlichen aus Soldaten des GebJgBtl 232 besteht, haben diesen Mangel schnell erkannt und sich zu zwei Maßnahmen entschlossen: Zum Einen wird eine aufwendige Hochwasserschutzverbauung den Fluss zukünftig auch während der Schneeschmelze von Wazghari fernhalten. Zum anderen wurden mit den Spendengeldern aus Berchtesgaden schnell und unmittelbar die Probleme im Gebäude selbst in Angriff genommen. Es wurden neue Schulmöbel beschafft, sodass die Schulkinder dem Unterricht nun nicht mehr auf dem Teppich sitzend folgen müssen, sondern ihre ersten Buchstaben auf ordentlichen Bänken schreiben können. Gleichzeitig wurde die Sanierung der undichten Fenster finanziert. Mit diesen Maßnahmen versuchen die deutschen Soldaten, das Vertrauen der Dorfbevölkerung zu gewinnen. Erst wenn dieses Vertrauen gewachsen ist, besteht die Hoffnung, dass Aufständische in Wazghari nicht mehr willkommen sind, falls sie ab Frühling von hier aus wieder ihre Hinterhalte planen wollen. Liegt das Dorf doch mitten in einem der Landstriche, die noch im letzten Jahr von den Taliban besetzt waren. Die gemeinsame feierliche Inbesitznahme der Möbel am 22. Januar 2011 nahmen der Kommandeur des GebJgBtl 232, Oberstleutnant Nikolaus Carstens zusammen mit seinem afghanischen Kameraden vom 3. Bataillon der afghanischen Streitkräfte aus Wazghari und dem Direktor der Schule vor. Dieser Akt kann vorsichtig als Zeichen gesehen werden, für eine Normalisierung der Beziehung zwischen Dorfbevölkerung und deutschen Soldaten, sowie für eine Stabilisierung der Sicherheitslage in der Region. Der 1. Vorsitzende der Gebirgsjägerkameradschaft 232, Klaus Gerlach, der selbst als Pensionär noch im Rahmen von Wehrübungen drei Mal in Bosnien im Einsatz gewesen war, war über den gelungenen Einsatz der Spendengeldern begeistert: "Wir wollen nicht, dass damit bei uns der irrige Eindruck entsteht, deutsche Soldaten sind vor allem zum Brunnenbohren oder Brückenbauen in Afghanistan. Sie haben dort ein robustes und gefährliches militärisches Mandat, dass dazu dient, dass der Wiederaufbau dieses Landes überhaupt erst möglich ist. Unsere Soldaten sehen aber auch das Elend der Bevölkerung und wollen gern selbst einen Beitrag leisten, dieses zu lindern. Und nicht zuletzt dient das so geschaffene Vertrauen der Bevölkerung auch ihrer eigenen Sicherheit."