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Tragtiersattel aus den USA

Erinnert Ihr Euch? - 2009 berichteten wir über den Besuch von 3 amerikanischen Kameraden: Michael Simens, Phil Narzisi und Tim Tabar aus Cleveland/USA. 

Sie verbindet eine gemeinsame Leidenschaft: die deutsche Gebirgstruppe! Mikes Interessenschwerpunkt liegt bei der Bewaffnung und Ausrüstung der Gebirgstruppe, Phil interessiert sich vor allem für die Taktik der Gebirgstruppe auf Kompanie- und Regimentsebene und Tim ist für das Musische zuständig: Lieder und Musik aus Bayern und Tirol. Beim Surfen im Internet fanden die Drei unsere Website, nahmen per E-Mail Kontakt mit uns auf und schnell konnten wir Ihnen helfen, bei ihrer Europareise im September 2009 wieder etwas mehr über die Gebirgstruppe zu lernen. Schon gleich nach ihrer Landung in München besuchten sie noch am gleichen Tag unter der Führung des Vorsitzenden der Kameradschaft Bad Reichenhall, Manfred Held die Artillerie- und die General - Konrad - Kaserne in Bad Reichenhall, einschließlich eines Rundgangs durch die Stallungen der Tragtierkompanie. Bei uns besichtigten sie dann in der Jägerkaserne u.a. auch unter Führung unseres Vorstandsmitglieds StabsfeldwebelGerd Schelble die wehrgeschichtlichen Sammlung und der damalige Kasernenfeldwebel, Stabsfeldwebel Peter Peschik führte sie durch die Liegenschaften der Jägerkaserne. Abschließend nahmen die Gäste dann noch am monatlichen Stammtisch der Gebirgsjägerkameradschaft im Offizierheim teil. Tim Tabor hatte sich viel Mühe gemacht und sogar sein Akkordeon aus den USA mitgebracht. Alle 3 Besucher sind nämlich auch Fans deutscher Soldatenlieder und deutscher Stimmungsmusik. Die pflegen sie in den USA in einem Bayerischen und einem Deutschen Männerchor. Auch die Sammlung, der ihnen bekannten deutschen Liedtexte hatten sie in gedruckter Form mitgebracht und binnen Kurzem donnerte durch die Räume des Offizierheims in der Strub ein Gesang aus deutschen und amerikanischen Männerkehlen. Es wurde ein stimmungsvoller, unterhaltsamer und auch langer Abend, ehe die Gäste endlich den wohlverdienten Schlaf fanden. Zum Abschied versprach uns Mike dann noch, uns aus seiner umfangreichen Sammlung von Ausrüstungsstücken der Gebirgstruppe einen Original Tragtiersattel aus dem 1. Weltkrieg zu schicken. Die Odyssee des Tragtiersattels Irgendwie hatte es beim Austausch der Adressen mit unseren US-Kameraden wohl ein Missverständnis gegeben, denn es dauerte lange, ehe wir wieder davon hörten, dass der versprochene Sattel auf dem Weg nach Deutschland sei. Nach weiteren Wochen informierte uns Mike, dass der Sattel wieder zurück gekommen ist, weil die von uns angegebene Adresse für den Empfänger in Deutschland nicht gestimmt hat. Das war alles sehr ärgerlich, denn Mike hatte für den versand einen nicht unerheblichen administrativen Aufwand und auch saftige Versandkosten zu leisten. Er scheute dann zunächst aus Kostengründen vor einem weiteren Versandversuch zurück. Statt dessen gelang es ihm kürzlich, einen vergleichbaren Originalsattel in den Niederlanden aufzutreiben und diesen direkt von dort an uns zu weiterzuleiten. Sei es wie es sei: am Ende kam das kostbare Stück dann Anfang Mai gut verpackt bei unserem Kameraden Manfred Held in Piding an. Aus den USA folgte dann auch noch eine Original Munitionskiste, in der die für die 7.5 cm Skoda Gebirgskanone nötige Munition transportiert wurde. Der Tragtiersattel ist speziell zum Transport der 7,5 cm-Gebirgskanone gebaut und hat auch die nötigen Haken als Aufnahme für die Munitionskisten. Die Skoda-Gebirgskanone 7,5 cm war im 1.Weltkrieg bei beiden Kriegsparteien im Einsatz, wurde dann nach dem Krieg von deutscher Seite an die Italiener übergeben und war bei den Alpini noch bis Anfang der 60er Jahre im Einsatz. Wir werden nun in Absprache mit der Kameradschaft Bad Reichenhall überlegen, wo der Sattel und eine zugehörige Munitionskiste am besten ausgestellt werden sollten. Denn konzeptionell passt die Stücke eher nicht in die wehrgeschichtliche Sammlung in der Jägerkaserne Strub, die vor allem Exponate der Bundeswehr und der Gebirgstruppe aus dem 2. Weltkrieg mit Schwerpunkt beim Gebirgsjägerregiment 100 enthält. Und in Bad Reichenhall gibt es zur Zeit leider keine Ausstellungsmöglichkeit. Zu prüfen wäre aber auch noch eine Eingliederung in das Museum der Gebirgstruppe im Armeemuseum in Ingolstadt. Wir werden dazu weiter berichten.